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Urstromtal Nonnenfliess

Schaut gerne auch unseren neuen Film zum Blog an! Ihr findet Ihn am Ende dieses Beitrags und wir freuen uns auf Eure Kommentare!!!;)

Es gibt viele verschiedene Flüsse und Bäche, die man als naturnah bezeichnen könnte. Meist hängt dies mit der umgebenden Landschaft zusammen. Aber es gibt wenige Flusslandschaften, wo der Fluss noch seine ursprüngliche Form hat. Fast alle haben eine Begradigung oder Korrektur erhalten. Umso mehr fällt es auf – bei der Suche nach einem lohnende Ausflugsziel ins Umland-wenn ein Flüsschen sich so schlängelt, wie dieser Abschnitt. Ich war gespannt was von dieser Ursprünglichkeit vor Ort zu sehen war.

Das Wetter war Kevka und mir gewogen und zeigte sich mit aufgelockerter Bewölkung. So machten wir uns auf den Weg.

Das Tal war breit und flach und an deren Rändern wurde es, für Brandenburg eigentlich unüblich, recht hoch und hügelig. Es war eine leichte Bewaldung vorhanden mit älteren Bäumen. Es kam öfters vor, dass umgefallene Bäume den Weg blockierten und teils unsere Tour zur Kletterpartie machten… Wir nahmen es sportlich… 😉

Am Anfang sah es noch nicht wasserreich aus. Eher versickerte das Wasser im Boden. Mit zunehmender Strecke, die wir hinter uns ließen wurde es aber zunehmend feuchter. Das Nonnenfließ füllte sich zusehends und wechselte sich mit moorigen Abschnitten (incl. abgestorbenen Bäumen und alles was dazu gehört) ab.

Alles war noch teilgefroren und die ziemlich alt anmutenden Pflasterstein-Straßen knirschte unter unseren Stiefeln. Eine Blätterschicht befand sich auf den Steinen und hatte durch den Frost eine eigenartig krosse Konsistenz bekommen, die sich im Laufe des Tages in eine matschige verwandelte…..

Die Geschichte des Nonnenfließ ist durch verschiedene Mühlen geprägt worden. Es sollen an die 7 Mühlen gewesen sein, die an dem Lauf des Nonnenfließ gebaut worden sind. Es wurden auch verschiedene Staudämme gebaut, die dafür gesorgt haben, dass die Mühlen betrieben werden konnten. Diese Staudämme hat man beispielsweise auf Höhe des (auch im Film kurz zu sehenden) Forsthauses in eine Fischtreppe umgewandelt und dafür gesorgt, dass Fische und Muscheln sowie andere Tiere wieder flussaufwärts wandern können.

Auch an dieser Stelle war eine Mühle vorhanden. Oftmals wird noch über die historischen Standorte diskutiert – so klar scheinen diese nicht dokumentiert gewesen zu sein. Unter diesem Aspekt scheinen mir die von Kevka gefundenen Ruinen, die Ruinen einer alten Mühle zu sein. Direkt am Wasser war eine Ruinenansammlung. Von den Steinen her würde ich diesen Fund als ziemlich alt einschätzen. Je höher die Steinmauern, desto neuer und kleiner die Ziegelsteine. Unten die großen Steine, muteten schon mittelalterlich an. Grob geschätzt 16 /17 Jahrhundert – aber das ist nur eine Laieneinschätzung…… Ein Gebäude war direkt am Wasser…. hatte mich schon gefragt, welcher normale Häuslebauer so nah am Wasser baut… ja klar – für eine Wassermühle ist das der ideale Standort.

Nach weiteren Recherchen stieß ich auf den Hinweis, dass es sich um die Schönholzer Schneidemühle/Sägemühle, ehemals Wulfsmühle, die schon vor 1740 existent gewesen sein soll, gehandelt haben könnte…

Auch der Kayserdamm, der das Nonnenfließ teils begleitet, erzählt eine Geschichte. Hier soll sich Friedrich der Große mit seinem Heer aufgehalten haben. Ein Findling mit der Aufschrift „Kayserdamm“ zeigt noch heute den weiteren Weg der Truppen bis zur Schlacht. Ich vermute, dass der Kayserdamm mit in den Verbund von Wegen des Berner Heerweges gehört, der bis zur Spandauer Zitadelle führte.

Unser Weg führte auf der einen Seite des Nonnenfließ hin und auf der anderen Seite wieder zurück. Diese teils verwunschene Gegend ist auf jeden Fall sehens- und besuchenswert. Egal ob aus Sicht eines Naturschutzgebietes oder ob man einfach nur wandern und sich bewegen möchte.